Eine gute Freundin aus Singapur studiert schon seit Anfang 2011 in London und seit Anfang 2011 fragt sie, wann wir sie denn endlich besuchen kommen. Diesen März haben wir es endlich geschafft, uns in den Flieger zu setzen und auf die Insel zu fliegen.

Da der Flug mit Lufthansa ab München günstiger war als direkt ab Nürnberg, also noch eine Nacht in München bei Familie verbracht und gleich noch das Konzert von Mayer Hawthorne mitgenommen, der gerade in der Stadt war. Zur Einstimmung auf dieses grandiose Wochenende also erstmal ein Track von ihm:

Überlebenswichtige Basics: Oyster Card, ein U-Bahn-Plan und „Mind The Gap!“

Freitag abend Konzert, Samstag also ab nach London. Touchdown am berüchtigten Heathrow Airport und nachdem das Gepäck da war, erstmal los und die Oyster Card besorgt. Die Oyster Card ist der intelligente Begleiter für den Weg durch den U-Bahn-Dschungel. Irgendwie erkennt die Karte, die man einfach am Startbahnhof über den Leser zieht, was der gerade günstigste Tarif und der wird abgebucht, wenn man die Karte beim Verlassen am Zielbahnhof wieder über das Gerät zieht. Die Oyster Card kann man an jedem Automaten ziehen, bezahlt entweder in cash oder per Karte. Zu Beginn werden außerdem noch 5 GBP Pfand abgebucht, die man aber beim Zurückgeben zurückbekommt – genauso wie das restliche Guthaben, das evtl. auf der Karte sein sollte.

Wer schon in anderen Großstädten mit U-Bahnen unterwegs war, sollte sich auch in London zurechtfinden. Es gibt verschiedene Linien (Central Line, District Line, Circle Line, uvm.), die alle in unterschiedlichen Farben leicht auseinanderzuhalten sind. Auf den Bahnsteigen selbst muß man nur noch schauen, dass man die richtige Richtung erwischt und schon kann´s losgehen.

Kleiner Tipp noch: Die Bahnhöfe, die als ganz große Punkte auf der Karte eingezeichnet sind, sind auch wirklich ganz große Umsteigebahnhöfe, bei denen man auch teilweise wirklich weit laufen muss, sobald man von einer in die andere Linie wechseln möchte.

Für die Strecke von Heathrow zum Hotel zahlten wir dank Oyster Card in der Tube nur unschlagbare 1,60 GBP/Person. In jedem Reiseführer werden dafür ca. 4 GBP genannt.

Die Unterkunft: K-West Hotel & Spa

Unser Zuhause für die drei Nächte in London war das K-West Hotel & Spa in West Kensington. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass das Hotel etwas abseits vom Haupttrubel liegt. Zum Glück liegt aber die Tube-Station Shepherd´s Bush nur ca. fünf Gehminuten entfernt, so dass man eine perfekte Anbindung an die Central Line hat. Zum Oxford Circus sind es ca. zehn Minuten.


Quelle: www.k-west.co.uk

Das Hotel scheint in einer alten Fabrik oder einem Bürogebäude zu sein, dem man aus Stylegründen noch einen topmodernen Eingangsbereich verpasst hat. Auf vier Stockwerken sind die Zimmer untergebracht und reihen sich an ziemlich langen Hotelfluren, so dass man hier auch wieder recht lange Strecken hinter sich bringen muss. Das ist vor allen dann sehr ärgerlich, wenn z.B. die Zimmerkarte auf einmal nicht mehr funktioniert. Dann also wieder zurück zur Rezeption und den Weg nochmal von vorne starten.

Der Service war recht freundlich, in der Lobby gibt es großzügigerweise vier iMacs, um kostenlos ins Netz zu gehen. WLAN gibt es auch auf den Zimmern, dafür muss man aber ab 15 GBP für 24 Stunden abdrücken. Das verstehe ich in den Hotels nie. Warum schafft es jede noch so günstige Hostel, kostenloses WLAN anzubieten, bei teuren Hotels sucht man sowas aber noch meist vergeblich. So schwer kann das doch nicht sein.

Hätten wir uns länger im Hotel selbst aufgehalten, dann hätten wir auch in den Genuss eines hoteleigenen mehrmals ausgezeichneten Top-Class-Spas kommen können. Wir waren aber nach den Touren durch die Stadt immer so erschlagen, dass wir froh waren, einfach nur entspannt vorm Fernseher zu chillen.

Der erste Abend: Erstmal lecker essen in SoHo

Um den ersten Abend gut zu starten, wurden wir zum Essen nach SoHo ins Inamo eingeladen. Inamo ist ein japanisches Restaurant, das mir auf den ersten Blick extrem dunkel vorkam. Nur die Tische waren beleuchtet, der Rest wirklich dunkel. Sobald man aber am Tisch Platz nimmt, erkennt man, was dahinter steckt: Interaktive Projektionen leuchten die Tische aus und darüber läuft die gesamte Bestellung. Auf der Tischplatte ist ein Trackpad eingebaut über das man die Maus steuern und aus einem der fünf Menüpunkte wählen kann. Bilder des Essens werden vorab erstmal auf den Teller projiziert, damit man auch wirklich vorab mal sieht, was man später bekommt.

Per Klick auf „Order“ geht die Bestellung direkt in die Küche und steht kurz danach auf dem Tisch. Ein weiterer Button sorgt per Webcam für Livebilder aus der Küche, ein anderer lässt ein anderes Hintergrundbild auf dem Tisch erscheinen oder man spielt einfach ein paar Spiele gegen den Computer. Empfiehlt sich aber nur, wenn man allein dort isst oder das Gegenüber wirklich langweilig ist. Sonst wäre das schon sehr unhöflich. Nach dem Essen klickt man auf „Bill“ und schon kommt die Rechnung.

Super Idee, die ich zuvor noch nie so gesehen habe. Natürlich ließe sich das ganze noch erweitern, indem man ein iPhone-Dock einbindet, damit man Bilder direkt auf dem Tisch anzeigen kann.

Mitternachts-Kaffee-und-Kuchen im Princi

Fast direkt gegenüber gab´s dann bei Princi als Nachtisch noch leckere Kuchen und einen Kaffee, um den weiteren Abend nicht allzu müde zu überstehen. Auch sowas wie im Princi habe ich bisher selten erlebt. Man muss sich mal vorstellen, dass sich in den umgebenden Straßen richtig viele Kneipen und Restaurants sind, viele Menschen sind auf den Straßen und es scheint, als würden sich alle für einen Kuchen in dieser Location treffen. Ok, neben Kuchen gibt es auch noch warme Mahlzeiten, aber ein Blick auf die Teller der Gäste zeigte, dass die meisten nur wegen den Kuchen hier waren. Sehr lecker und auf jeden Fall einen Abstecher wert.

Danach ging es noch mit einem Bekannten unserer Freundin in ein paar Bars, bevor wir dann mit dem Cab zurück ins Hotel fuhren. Wir mussten nämlich feststellen, dass die Tube nur bis 00:30 Uhr fährt. Danach ist man auf Taxis angewiesen, die am Wochenende aber logischerweise sehr schwer zu bekommen sind, weil anscheinend alle die letzte Tube verpasst haben. Der Preis ist ok. Wir zahlten für die Strecke von Oxford Street zurück zum Hotel knapp 20 GBP.

Soweit Teil 1 des Trips. Fortsetzung folgt mit Sightseeing, Shopping, Sightseeing und Shopping.
Außerdem gibt´s dann auch noch ein paar Bilder, die ich selbst geschossen habe.

Adressen:

K-West Hotel
www.k-west.co.uk
Richmond Way
London W14 0AX
Tel: +44(0)20 8008 6600

Inamo Restaurant
www.inamo-restaurant.com
134-136 Wardour Street
London W1F 8ZP

Princi
www.princi.co.uk
135-137 Wardour Street
London W1F 0UT